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Pflanzenschutz
in der Innen­raum­begrünung

„Der biologische Pflanzen­schutz muss Vorrang haben!“

Pflanzenschutzgesetz vom 20.12.2022

Der biologische Pflanzenschutz setzt nicht nur auf Nützlinge (Gegenspieler) wie Marienkäfer oder Schlupf­wespen, sondern auch auf natürlich vorkommende Insekten, Pilze, Bakterien, Viren, Milben und Nematoden. In der Innenraumbegrünung treten diese nützlichen Organismen nur sehr eingeschränkt natürlich auf, deshalb müssen sie bei Schädlingsbefall zugeführt werden.

Sie sehen weiße oder braune Punkte auf ihren Blättern oder die Blätter sind sehr hell, vielleicht klebt sogar der Boden unter Ihren Pflanzen?

All dies weist auf Schädlingsbefall hin. Schädlinge saugen an Blättern oder an verholzten Teilen. Die Blätter verlieren ihre grüne Farbe, das Chlorophyll, und fallen ab. Von vielen Schädlingen wie Blattläusen, Wollläusen und Napfschildläusen wird klebriger Honigtau ausgeschieden, auf dem sich wiederum schwarze Rußtaupilze ansiedeln. Die Pflanzen werden unansehnlich, können nicht mehr assimilieren und sind klebrig.

Mit Wollläusen befallene Pflanze
Wolllausbefall
Mit schwarzen Rußtaupilzen befallene Pflanze
Schwarze Rußtaupilze auf den Pflanzen weisen auf einen Schädlung hin
Mit Wollläusen befallener Baumfarn
Wolllausbefall an Baumfarn
Mit Wollläusen befallener Baumfarn

Beispiele für die 
Innen­raum­begrünung

Gefäße

Beispiel für die Innenraumbegrünung mit Gefäßen
Beispiel für die Innenraumbegrünung mit Gefäßen
Beispiel für die Innenraumbegrünung mit Gefäßen
Beispiel für die Innenraumbegrünung mit Gefäßen
Beispiel für die Innenraumbegrünung mit Gefäßen
Beispiel für die Innenraumbegrünung mit Gefäßen

Bäume

Beispiel für die Innenraumbegrünung mit Bäumen
Beispiel für die Innenraumbegrünung mit Bäumen

Größere Innen­raumbegrünung

Beispiel für eine großflächigere Innenraumbegrünung
Beispiel für eine großflächigere Innenraumbegrünung
Foto eines Binokulars von der Seite
Binokular

Wie gehen wir vor?

Sie rufen uns an, wir kommen und bestimmen den Schädling, um dann den richtigen Nützling einsetzen zu können.

Deshalb nehmen wir Exemplare mit, um sie unter dem Binokular genau bestimmen zu können: Manchmal reicht die Gattung aus, oft muss das Exemplar bis auf die Art bestimmt werden.

Foto eines Binokulars von der Seite
Binokular

Vorteile für unsere Kunden

Sie müssen sich um nichts kümmern. Wir bestimmen den Schädling und stellen einen Einsatzplan für unsere Nützlinge auf.

Was macht der Nützling?

Die Nützlinge bleiben auf den Pflanzen, weil sie sich dort ernähren und vermehren können. Sollten es zu viele Nützlinge sein, frisst sich die Art gegenseitig auf oder die adulten Tiere fliegen davon. Es gibt keine Ansammlung der Nützlinge, die Sie stören könnte. Im Gegenteil, die Nützlinge sind meist viel kleiner und unauffälliger als der Schädling. Zudem kann Schädlingsbefall durch Honigtau auffallen, der auf dem Boden stark klebt. Honigtau wird zum Beispiel von Blattläusen und Schildläusen verursacht.

Wie häufig müssen die Nütz­linge eingesetzt werden?

Manche Nützlinge sind auf ihren Wirt spezialisiert, viele können gegen mehrere Schädlinge eingesetzt werden, sie leben polyphag. Gegen die meisten Schädlinge muss ein regelmäßiger Nützlingseinsatz erfolgen, denn die Vermehrungsrate der Nützlinge ist geringer als bei den Schädlingen. Zudem reagieren sie leichter auf Umweltfaktoren wie Temperatur und Licht. Deshalb sollten Sie den Pflanzenschutz genauso wie die Pflanzenpflege einplanen.

Wie werden Nützlinge eingesetzt?

Nützlinge werden abhängig von der Art auf Blättern, in Tüten, Pappkarten, Waben oder Dosen geliefert. Sie werden direkt auf die Pflanzen gesetzt oder die Tüten und Pappkarten in die Pflanzen gehängt. Daraus wandern die Tiere auf die Pflanze über.

Nützlingseinsatz mittels in Tüten gelieferten Nützlingen
Nützlingseinsatz mittels in Tüten gelieferten Nützlingen
Aufhängen von kleinen Tüten mit Nützlingen
Foto einer Tüte mit Raubmilben in einer Pflanze
Tüte mit Raubmilben
Beispiel für die Überwachung von Schädlingen
Monitoring (Übewachung) von Schädlingen
Nützlingseinsatz mittels aus Waben ausgestreuten Nützlingen
Aus Waben gestreute Nützlinge
Nützlingseinsatz mittels in Dosen gelieferten Nützlingen
In Dosen gelieferte Nützlinge

In großen Innenraumbegrünungen können wir mit einem Blasgerät Zehntausende von Raubmilben auf die Pflanzen streuen. Mit diesem Gerät kann man auch die Blätter von hohen Pflanzen erreichen.

Einsatz eines Blasgeräts zur Verteilung von Raubmilben
Raubmilben in Kleie werden in einem Schaugewächshaus mit einem Blasgerät verteilt

Unsere besten Mitarbeiter

Unsere gefräßigen Mitarbeiter sind ständig bemüht, ihre gesamte Arbeitsleistung rund um die Uhr für Ihre Innenraumbegrünung einzusetzen. Die Anzahl unserer Mitarbeiter ist sehr variabel, kurzfristig und objektbezogen einsetzbar: von 10 bis über 100 000. Diesen enormen Arbeitskostenvorteil können wir natürlich komplett an Sie weitergeben.

Cryptolaemus motrouzieri auf der Jagd
Cryptolaemus motrouzieri auf der Jagd
Raubmilbe beim Verzehr von Spinnmilbeneiern
Raubmilbe beim Verzehr von Spinnmilbeneiern
Schlupfwespe parasitiert Wollläuse
Schlupfwespe parasitiert Wollläuse

Kommerziell angebotene Nützlinge

Diese Nützlingsgruppen mit ca. 80 Arten werden kommerziell angeboten:

Nützlings­gruppenSchädlinge
Raub­milben
Spinnmilben, Thripse
Schlupf­wespen
Wollläuse, Schildläuse, Blattläuse, Weiße Fliege
Räuberische Käfer, z.B. Marienkäfer und Glanzkäfer
Wollläuse, Schildläuse
Netzflügler, z.B. Florfliegen­larven
Blattläuse
Räuberische Mücken, z.B. Gallmücke

Blattläuse

Räuberische Thripse

Thripse

Raubwanzen

Thripse

Nematoden
Trauermücken, Rüsselkäfer, wurzelfressende Larven, Opogona

Wollen Sie mehr über Nützlinge wissen?

Schädlinge
und ihre Gegenspieler

Neue Kultur Cannabis – keine Zulassung für Pflanzen­schutz­mittel

Wer möchte schon Cannabis rauchen, das mit Pflanzenschutzmitteln kontaminiert ist? Deshalb ist es auch hier wichtig, den Schädling zu kennen, um den richtigen Nützling einsetzen zu können. An Cannabis sind viele Schädlinge zu finden. Es tritt ein weites Spektrum an Schädlingen auf. So zum Beispiel auch Wurzelläuse, die man auf dem ersten Blick nicht sehen kann, weil sie in dem Substrat leben.

Nützlinge

Speziali­sierung

Es gibt Nützlinge, die sehr spezialisiert sind und solche, die von verschiedenen Wirten leben.

Spezialisiert ist zum Beispiel die Raubmilbe Phytoseiulus persimilis, die ausschließlich die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) aussaugt. Andere Raubmilben ernähren sich von verschiedenen Spinnmilbenarten, indifferenten Milben und auch Pollen. Diese Arten haben den großen Vorteil, dass sie vorbeugend eingesetzt werden können, damit der Schädling keine großen Populationen bilden kann.

Räuber und Para­sitoide

Zudem wird bei Nützlingen zwischen Räubern und Parasitoiden unterschieden:

  • Räuber sind wenig spezialisiert und benötigen für ihre Entwicklung mehrere Beutetiere. Die Räuber töten ihren Wirt sofort ab, um ihn dann aufzufressen oder auszusaugen. Ein Beispiel ist der heimische Siebenpunkt-Marienkäfer. Sowohl die Larven als auch die adulten Käfer ernähren sich von Blattläusen.
  • Parasitoide benötigen nur ein Wirtstier für ihre Entwicklung. Hierzu gehören die Schlupfwespen. Dabei unterscheidet man die Endo- von den Ektoparasiten. Beide ernähren sich ausschließlich von ihrem Wirt: Die Endoparasiten leben im Innern ihres Wirtes, die Ektoparasiten leben auf dem Wirt. Ferner unterscheidet man aufgrund des parasitierten Stadiums noch in Ei-, Larven-, Puppen- und Imaginalparasiten.

Hauptschädlinge

und deren Gegenspieler in der Innen­raum­begrünung

In der Innenraumbegrünung finden wir Schädlinge, die sich an Zierpflanzen unter Glas etabliert haben. Darunter sind viele Schädlinge, die aus südlicheren Gebieten stammen und deren optimale Temperatur für ihre Entwicklung über 20 °C liegt. In manchen Innenhöfen herrschen mediterrane Bedingungen, d.h. im Winter können die Temperaturen auf knapp über Null Grad fallen. Viele Schädlinge können diese frostfreien Orte überleben, indem sie sich z.B. unter die Baumrinde zurückziehen. Die meisten Schädlinge haben ein breites Wirtsspektrum: Von Ficus über Citrus zu Palmen, kaum eine Pflanze bleibt verschont.

Spinn­milben

Raubmilben

Spinnmilben gehören zu den Spinnentieren. Sie sind kaum mit bloßem Auge zu erkennen. Man kennt diesen Schädling von Zimmerpflanzen, dort fallen häufig zuerst die Gespinste auf. Viele Gattungen in der Innenraumbegrünung (Oligonychus, Panonychus) bilden jedoch keine Gespinste. Spinnmilben sind nur bis zu 0,5 mm groß und können innerhalb von 5 Wochen bis zu 200 Eier ablegen.

Ihr Gegenspieler, die Raubmilbe, dagegen legt nur bis zu 60 Eier ab. Dasselbe Raubmilbenweibchen saugt aber täglich bis zu sieben ausgewachsene Spinnmilben und bis zu 20 Eier bzw. Jungtiere aus.

Foto von Spinnmilben
Spinnmilben (Schädling)
Foto einer Raubmilbe
Raubmilbe (Nützling), 0,1‑0,2 mm groß

Woll­läuse und Schild­läuse

Schlupfwespen und Käfer

Woll- und Schildläuse gehören zu der Überfamilie der Schildläuse (Coccoidea). Wollläuse sind weiß bepudert und manche von ihnen bilden Wolle aus, in die sie ihre Eier geschützt ablegen. Im Gegensatz dazu schützen sich die Schildläuse und ihre Eier vor Fressfeinden durch ein Schild. Dabei unterscheidet man in Deckel- und Napfschildläuse. Die unbeweglichen, festsitzenden Muttertiere legen 100 bis 600 Eier. Die jungen Stadien der Woll- und Schildläuse nennt man Crawler, nur diese bewegen sich und suchen neue Stellen an der Pflanze auf. Das können Blätter, aber auch verholzte Pflanzenteile sein. Woll- und Napfschildläuse produzieren zudem wie Blattläuse klebrigen Honigtau, der wiederum von schwarzen Rußtaupilzen besiedelt wird.

Gegen Woll- und Schildläuse werden entweder Schlupfwespen oder Käfer eingesetzt. Unsere Schlupfwespen parasitieren ihren Wirt indem sie ein Ei, manchmal ist auch Mehrfachparasitierung möglich, in ein bestimmtes Larvenstadium ihres Wirtes legen. Die Larve hört auf zu saugen, wird zur Mumie, in der sich die Schlupfwespe zum adulten Tier entwickelt. Ist die Entwicklung vollzogen, schneidet sie ein Loch aus der Mumie, um daraus zu entfliehen.

Bei unseren Käfern handelt es sich überwiegend um Marienkäfer, von denen wir unterschiedliche Arten einsetzen. Käfer sind Räuber, die ihren Wirt abtöten und ihn auffressen oder aussaugen.

Als Gegenspieler von Wolläusen kommen zum Beispiel die Schlupfwespe Leptomastix und der Marienkäfer Cryptolaemus und als Gegenspieler von Schildläusen die Schlupfwepse Coccophagus und der Marienkäfer Chilocorus zum Einsatz.

Foto von Wollläusen
Wolllaus (Schädling)
Foto von Wollläusen
Wollläuse (Schädling)
Foto einer Marienkäferlarve, Wollläuse frisst
Foto einer Marienkäferlarve, Wollläuse frisst
Die Larve des Marienkäfers Cryptolaemus (Nützling) frisst Wollläuse (Schädling)
Foto von Napfschildläusen
Napfschildlaus Coccus hesperidum (Schädling)
Foto von Napfschildläusen
Napfschildläuse (Schädling)
Foto von Deckelschildläusen
Deckelschildläuse (Schädling)
Foto von Schildläusen
Herzchenförmige Schildläuse (Schädling)
Foto eines Marienkäfers, der Schildläuse frisst
Der Marienkäfer Chilocorus (Nützling, 4 mm groß) frisst Schildläuse (Schädling)
Foto eines Marienkäfers, der Schildläuse frisst
Der Marienkäfer Rhyzobius (Nützling, 2 mm groß) frisst Schildläuse (Schädling)
Foto einer Schlupfwespe, die eine Schildlaus parasitiert
Schlupfwespe (Nützling) parasitiert Schildlaus (Schädling)

Blatt­läuse

Florfliegenlarven / Räuberische Mücken / Schlupfwespen

Gegen Blattläuse können verschiedene Nützlinge eingesetzt werden. Zum Beispiel die Räuber Florfliegen und Gallmücken, von denen allerdings nur die Larven räuberisch leben, die adulten Tiere ernähren sich von Nektar und Honigtau. Florfliegenlarven werden sogar Blattlauslöwen genannt, weil sie durchschnittlich 500 Eier vertilgen. Als Räuber sind sie nicht wählerisch, dagegen ist es bei den Schlupfwespen von großer Bedeutung zu wissen, um welche Blattlausart es sich handelt. Schlupfwespen sind spezialisiert.

Foto von Blattläusen
Blattläuse (Schädling)
Foto von Blattläusen
Foto einer Forfliegenlarve
Florfliegenlarve (Nützling)
Foto einer Florfliegenlarve, die eine Blattlaus aussaugt
Florfliegenlarve (Nützling) saugt Blattlaus (Schädling) aus
Foto einer Schlupfwespe, die eine Blattlaus parasitiert
Schlupfwespe (Nützling) will Blattlaus (Schädling) parasitieren
Foto von parasitierten Blattläusen
parasitierte Blattläuse (Schädling)

Weiße Fliege

Schlupfwespen

Berührt man Pflanzen und es fliegen weiße Mücken auf, so handelt es sich um Weiße Fliegen. Sie sind ca. 2 mm groß und mit Wachsstaub bepudert. Auch hier muss man die Art kennen, um die richtige Schlupfwespe einsetzen zu können. Nach erfolgter Parasitierung verfärben sich die Nymphen der Weißen Fliege schwarz.

Foto von Eiern und Nymphen der Weißen Fliege
Eier und Nymphen der Weißen Fliege (Schädling)
Foto von parasitierter Nymphe der weißen Fliege
Parasitierte Nymphe der weißen Fliege (Schädling)

Thripse

Flor­fliegen­larven / Raub­milben / Schlupf­wespen / Räuberische Thripse

Wie bei den Blattläusen saugen alle Stadien der Blattthripse an den Pflanzen. Sie sind schmal und länglich. Es gibt viele verschiedene Arten, die entweder hell, dunkel oder gestreift sind. Die Bekämpfung ist nicht einfach, deshalb werden mehrere Nützlinge kombiniert eingesetzt. Dabei kann man räuberische Thripse, Flor­flie­gen­larven, Raub­milben und Schlupf­wespen einsetzen. Je nach Schädlings­art ist die Effektivität unterschiedlich hoch.

Opogona

Nematoden

Der Bananentriebbohrer Opogona sacchari war bis 2019 ein Quarantäne­schädling. Die Quarantäne wurde aufgehoben, das bedeutet aber nicht, dass der Schaden weniger geworden ist. Denn dieser polyphage Schädling hat ein breites Wirtsspektrum. Die adulten Falter legen Eier in die Pflanze ab und die daraus schlüpfenden Larven schädigen die Pflanze bis zum Absterben. Der Schädling ist nur sehr schwer zu finden und dann sollte schnell gehandelt werden. Hier hilft nur der regelmäßige Einsatz von Nematoden.

Foto einer mit Opogona befallenen Bananenstaude
Mit Opogona (Schädling) befallene Bananenstaude
Foto einer Nematode  im Binokular
Nematode (Nützling) im Binokular

wurzel­fres­sende Larven / Rüssel­käfer / Trauer­mücken

Nematoden

Fliegen schwarze Mücken aus dem Substrat der Pflanze auf, dann handelt es sich um Trauermücken. Die adulten Tiere schädigen nicht, ihre Larven im Boden umso mehr, denn sie fressen an den Wurzeln. Dies gilt auch für die Larven verschiedener Rüsselkäfer, Junikäfer, Gartenlaubkäfer etc. im Freiland.

Gegen die wurzelfressenden Larven werden in Abhängigkeit von dem Schädling Nematoden gegossen. Die nur 0,6 mm langen, fadenförmigen Nematoden kommen bei uns im Freiland auch natürlich vor, allerdings in zu geringer Zahl. Nur das dritte Larvenstadium der Nematoden kann in das Wirtstier eindringen und entlässt dort ein Bakterium, dass den Wirt innerhalb von nur wenigen Tagen zum Absterben bringt.

Foto vom Ausbringen von Nematoden
Foto vom Ausbringen von Nematoden
Ausbringen von Nematoden