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Pflanzenschutz im Außenbereich

Klima­tische Verände­rungen

Seit einigen Jahren werden wir immer öfter für die Bekämpfung von Schädlingen im Außenbereich gerufen. Denn aufgrund der klimatischen Erwärmung können Schädlinge aus wärmeren Gebieten bei uns im Freien überleben und verursachen große Schäden. Als Beispiel sei hier der Buchsbaumzünsler genannt. Aber auch heimische Schädlinge schwächen die Pflanzen stärker, weil sie bei höheren Temperaturen früher im Jahr auftreten und mehr Generationen im Jahr bilden.

Foto von durch Buchsbaumzünsler geschädigtem Buchsbaum
Foto von durch Buchsbaumzünsler geschädigtem Buchsbaum
Schadbild Buchsbaumzünsler

Gegen viele Schädlinge im Außenbereich kann man biologische Mittel oder auch Nützlinge einsetzen. Dabei gibt es Schädlinge, die oberirdisch an Blättern oder der Rinde saugen und solche, die an den Wurzeln fressen. Beide Gruppen sind sehr schädigend und können unter Umständen die Pflanzen zum Absterben bringen.

An Blättern saugende Schädlinge

Werden die Blätter ausgesaugt, können sie nicht mehr assimilieren, schließlich fallen sie ab. Wiederholt sich dieses jedes Jahr, sind die Pflanzen stark geschwächt und dadurch wiederum anfälliger für diverse Schädlinge.

An Wurzeln fressende Schädlinge

Die an den Wurzeln fressenden Schädlinge rufen nicht minder starke Schäden hervor. So können die Graswurzeln des Rasens von Käferlarven, zum Beispiel des Junikäfers, abgefressen werden und es entstehen Lücken im Rasen. Oft kommen Krähen hinzu, die nach den Larven im Boden suchen und zusätzlich den Rasen zerhacken.

An Pflanzen im Außenbereich auftretende Schädlinge und deren Behandlung

Spinn­milben

Vorkommen

Bäume, Hecken

Schadbild

Typische Saugstellen, Blätter werden braun

Behandlung

Raubmilben, nützlings­schonende Mittel

Schild­läuse

Vorkommen

Bäume, Hecken

Schadbild

Saugstellen auf Blättern und an Rinde

Behandlung

Nützlinge, nützlings­schonende Mittel

Wollige Blattlaus

Vorkommen

Buchenhecken

Schadbild

Typische Saugstellen, Blätter werden braun

Behandlung

Nützlinge,nützlings­schonende Mittel

Juni­käfer, Garten­laub­käfer

Vorkommen

Rasen

Schadbild

Lücken im Rasen

Behandlung

Nematoden

Rüssel­käfer

Vorkommen

Hecken, Sträucher, Stauden

Schadbild

Oberirdisch Buchtenfraß an Blättern, Wurzelfraß von den Larven

Behandlung

Nematoden

Frei­lebende oder gespinst­bildende Raupen

Vorkommen

Hecken, Sträucher, Stauden

Schadbild

Blattfraß von Raupen mit oder ohne Gespinstbildung

Behandlung

Bakterium

Entwicklung der Schädlinge

Im Freiland ist die Entwicklung von Schädlingen und ihren Gegenspielern stark abhängig von den Umwelteinflüssen. Am stärksten von der Temperatur, aber auch von Wind und Regen.

Spinn­milben

Spinnmilben treten häufig an Kübelpflanzen, an Hecken mit Buchen sowie an Lindenbäumen auf. Spinnmilben gehören zu den Spinnentieren. Sie sind kaum mit bloßem Auge zu erkennen. Man kennt diesen Schädling von Zimmerpflanzen, dort fallen häufig zuerst die Gespinste auf. Allerdings bilden nicht alle im Freien auftretende Spinnmilbenarten Gespinste aus.

Foto von durch Spinnmilben geschädigten Kübelpflanzen
Spinnmilben an Kübelpflanzen
Foto von Nützlingstüte an Citrus
Nützlingstüte an Citrus
Foto von Spinnmilbenbefall an Linden
Foto von Spinnmilbenbefall an Linden
Spinnmilbenbefall an Linden
Foto von Raubmilbeneinsatz an Linden
Raubmilbeneinsatz an Linden
Bild von Nützlingstüte an Linde
Nützlingstüte an Linde

Blatt­läuse

Die meisten Pflanzen tolerieren Blattläuse. Allerdings tritt durch das vermehrte Anpflanzen von Hain- und Rotbuchen die wollige Blattlaus verstärkt auf. Dieser Schädling versteckt sich unter Wolle und lebt somit sehr geschützt. Er scheidet klebrigen Honigtau aus, der den Aufenthalt an befallenen Pflanzen, zum Beispiel auf Terrassen, sehr einschränken kann. Junge Pflanzen sterben oft ab.

Foto von wolligen Buchenblattläusen
Wollige Buchenblattlaus
Foto von Schaden durch die wollige Buchenblattlaus
Schaden durch die wollige Buchenblattlaus
Foto vom Nützlingseinsatz gegen die wollige Buchenblattlaus
Nützlingseinsatz gegen die wollige Buchenblattlaus
Foto von Nützlingstüte an Buchenhecke
Nützlingstüte an Buchenhecke

Schild­läuse

Auch Schildläuse können das Aussehen und das Wachstum von Gehölzen sehr beeinträchtigen. Weil die Weibchen mehrere Hundert Eier ablegen, breiten sie sich schnell aus. Dies gilt zum Beispiel für die wollige Napfschildlaus (Pulvinaria regalis) oder die Spindelstrauch-Schildlaus (Unaspis euonymi). Geht es um hochwertige Einzelpflanzen, sollte darauf reagiert werden, weil die Pflanzen nach mehrjähriger Schwächung durch den Schädling absterben können.

Foto von Oleanderschildläusen auf einem Blatt
Oleanderschildlaus (Deckelschildlaus)

Larven im Rasen

Die Larven verschiedener Käfer entwickeln sich teils über mehrere Jahre im Boden. So auch die Larven des Juni- und Gartenlaubkäfers. Häufig werden die Eier im Rasen abgelegt, wo die Larven zwei Jahre lang an den Wurzeln fressen bis sie sich zum Käfer entwickeln. Es entstehen lückige Stellen im Rasen. Schäden werden auch von den Larven der Maikäfer, Julikäfer, Wiesenschnaken und Maulwurfsgrillen verursacht. Oftmals wird zusätzlich die Rasenoberfläche von Vögeln aufgehackt, die nach Larven suchen.

Rüssel­käfer

Fast jeder Gartenbesitzer kennt den typischen Buchtenfraß an einzelnen Pflanzen sowie an ganzen Hecken. In der Regel wird nur der Dickmaulrüssler genannt, allerdings gibt es viele unterschiedliche Rüsselkäferarten. Die erwachsenen Tiere sind für den Fraß an den Blättern verantwortlich, daran kann man den Befall sehr gut erkennen. Den Hauptschaden verursachen jedoch die Larven, die an den Pflanzenwurzeln fressen. Um gegen alle schädigenden Rüsselkäferlarven vorzugehen, setzen wir bei der Bekämpfung nicht nur auf eine Nematodenart. Nematoden kommen natürlich im Boden vor, allerdings nicht ausreichend in Art und Zahl.

Foto von Larven des Dickmaulrüsslers
Larven des Dickmaulrüsslers (Schädling)

Frei­lebende oder gespinst­bildende Raupen

Die Temperaturen werden höher, die Vegetationsperiode beginnt früher im Jahr und dauert länger an. Das führt dazu, dass Schädlinge aus wärmeren Regionen bei uns auftreten - so wie der Buchsbaumzünsler. Die Pflanzen werden kahlgefressen und sterben nach wenigen Jahren ab. Gegen die Raupen spritzen wir ein biologisches Mittel, so dass keine Pestizide angewandt werden müssen.